We don't care: the measurement and non-visibilisation of academic care work within Higher Education

Kendra Briken, Birgit Blättel-Mink, Alexandra Rau, Tilla Siegel

Research output: Chapter in Book/Report/Conference proceedingChapter (peer-reviewed)

Abstract

Die Neoliberalisierung der Hochschule hat die Bedingungen der akademischen Wissensproduktion und der damit verbundenen Subjektivierungsweisen grundlegend verändert. In der zunehmenden Regulierung und Steuerung der Hochschulen nach Logiken des Marktes, nach Prinzipien von Wettbewerb, Effizienz und Erfolg, bildet sich ab, dass der im Fordismus noch dekommodifizierte Bereich der Bildung an Hochschulen nunmehr auch der Warenförmigkeit unterworfen wird und daran gearbeitet wird, den Arbeits- und Erfahrungsraum Hochschule als konstitutiven Bestandteil in ein gesamtgesellschaftlich wirksames unternehmerisches Dispositivs einzubauen. Die Idee, auch Hochschulen seien wie Unternehmen zu führen, übersetzt sich im Alltag in die Praxis, das eigene Tun und Lassen permanent in quantitative und quantifizierbare Stellgrößen zu transformieren und somit auf dem Markt und für den Markt vergleichbar zu machen.

Unser Beitrag setzt sich mit der Frage auseinander, welche Effekte die Simulation der Vermarktlichung der Hochschule und die damit verknüpfte metrische Regierung durch Zahlen auf die akademischen Arbeitspraktiken und Sozialbeziehungen, insbesondere in der Lehre, haben.

So wird es maßgeblich darum gehen, was diese Entwicklungen für das Verhältnis von Lehrenden und Studierenden bedeutet. Zwar wird auf die Abkehr vom Humboldtschen Bildungsideal verwiesen und eine stärkere Arbeitsmarktorientierung in der Lehre eingefordert. Dies ist allerdings nur ein erster Hinweis auf einen Qualitätswandel der Lehre. Wie gestalten sich der soziale Umgang und die Arbeit neoliberal vermessener akademischer Identitäten nicht nur mit sich und miteinander, sondern auch und vor allem mit den Studierenden?

Die These hierbei ist, dass das, was wir akademische Sorgearbeit nennen, neu verhandelt, erneut abgewertet und unsichtbar gemacht wird – und in der Folge nicht nur technizistischere Beziehungen zwischen Lehrenden und Studierenden nahegelegt werden, sondern in Bezug auf das Geschlechterverhältnis im Gesamtkontext Hochschule soziale Ungleichheiten fortgeschrieben werden. Dieser These vorausgesetzt ist die Annahme, dass Sorge- und Carearbeit nichts ist, das ausschließlich im Bereich des Privaten stattfindet, sondern als grundlegende Arbeit in jedem Feld von Lohnarbeit. Entsprechend wollen wir in unserem Beitrag die Debatten um Sorgearbeit und Reproduktionskrise, die derzeit entweder für professionalisierte Bereiche der Sorgearbeit außerhalb der Hochschulen geführt werden, oder aber auf Fragen nach Vereinbarkeit und nach Lebensentwürfen hin untersucht werden, ausweiten auf die sich aktualisierenden Verhältnisse innerhalb der Hochschule: In dem Maße, in dem auch Studierende, etwa über credit points, Lehrevaluationen, diploma supplements, Absolvent*innenzahlen und Abbrecher*innenquoten – in die Vermessung des universitären Raums als Leistungsindikatoren einbezogen werden, stellt sich die Frage, was dies für die sozialen Beziehungen, für den alltäglichen Umgang miteinander an der neoliberalen Hochschule bedeutet. Welche Rolle kommt der Fürsorge- und Sorgearbeit – für sich selbst, aber auch für die Studierenden - zu, von wem wird sie oder kann sie noch übernommen werden? Und was heißt dies aus feministischer Perspektive für die Kritik an der Neoliberalisierung, oder auch im Hinblick auf die Vision einer anderen – kollaborativen und kooperativen - Hochschulkultur?

Der Beitrag speist sich vor allem aus theoretischen Überlegungen, aber auch aus Erkenntnissen empirischer Studien der kritischen, feministischen Forschung zur Vermessung der Hochschule – und eigenen Erfahrungen.
Translated title of the contributionWe don't care: the measurement and non-visibilisation of academic care work within Higher Education
LanguageGerman
Title of host publicationVermessene Räume – Gespannte Beziehungen
Subtitle of host publicationUnternehmerische Universitaeten und Geschlechterdynamiken
EditorsSabine Hark, Johanna Hofbauer
Place of PublicationBerlin
Chapter4
Pages217-237
Number of pages21
Publication statusPublished - 10 Dec 2018

Fingerprint

supplement
credit
simulation
education

Keywords

  • academic work and identity
  • performance management
  • care work

Cite this

Briken, K., Blättel-Mink, B., Rau, A., & Siegel, T. (2018). Sei ohne sorge: vom vermessen und un-/sichtbarmachen akademischer sorgearbeit in der neoliberalen Hochschule. In S. Hark, & J. Hofbauer (Eds.), Vermessene Räume – Gespannte Beziehungen: Unternehmerische Universitaeten und Geschlechterdynamiken (pp. 217-237). Berlin.
Briken, Kendra ; Blättel-Mink, Birgit ; Rau, Alexandra ; Siegel, Tilla. / Sei ohne sorge : vom vermessen und un-/sichtbarmachen akademischer sorgearbeit in der neoliberalen Hochschule. Vermessene Räume – Gespannte Beziehungen: Unternehmerische Universitaeten und Geschlechterdynamiken. editor / Sabine Hark ; Johanna Hofbauer. Berlin, 2018. pp. 217-237
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keywords = "academic work and identity, performance management, care work",
author = "Kendra Briken and Birgit Bl{\"a}ttel-Mink and Alexandra Rau and Tilla Siegel",
year = "2018",
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isbn = "9783518298442",
pages = "217--237",
editor = "Sabine Hark and Johanna Hofbauer",
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Briken, K, Blättel-Mink, B, Rau, A & Siegel, T 2018, Sei ohne sorge: vom vermessen und un-/sichtbarmachen akademischer sorgearbeit in der neoliberalen Hochschule. in S Hark & J Hofbauer (eds), Vermessene Räume – Gespannte Beziehungen: Unternehmerische Universitaeten und Geschlechterdynamiken. Berlin, pp. 217-237.

Sei ohne sorge : vom vermessen und un-/sichtbarmachen akademischer sorgearbeit in der neoliberalen Hochschule. / Briken, Kendra; Blättel-Mink, Birgit; Rau, Alexandra ; Siegel, Tilla.

Vermessene Räume – Gespannte Beziehungen: Unternehmerische Universitaeten und Geschlechterdynamiken. ed. / Sabine Hark; Johanna Hofbauer. Berlin, 2018. p. 217-237.

Research output: Chapter in Book/Report/Conference proceedingChapter (peer-reviewed)

TY - CHAP

T1 - Sei ohne sorge

T2 - vom vermessen und un-/sichtbarmachen akademischer sorgearbeit in der neoliberalen Hochschule

AU - Briken, Kendra

AU - Blättel-Mink, Birgit

AU - Rau, Alexandra

AU - Siegel, Tilla

PY - 2018/12/10

Y1 - 2018/12/10

N2 - Die Neoliberalisierung der Hochschule hat die Bedingungen der akademischen Wissensproduktion und der damit verbundenen Subjektivierungsweisen grundlegend verändert. In der zunehmenden Regulierung und Steuerung der Hochschulen nach Logiken des Marktes, nach Prinzipien von Wettbewerb, Effizienz und Erfolg, bildet sich ab, dass der im Fordismus noch dekommodifizierte Bereich der Bildung an Hochschulen nunmehr auch der Warenförmigkeit unterworfen wird und daran gearbeitet wird, den Arbeits- und Erfahrungsraum Hochschule als konstitutiven Bestandteil in ein gesamtgesellschaftlich wirksames unternehmerisches Dispositivs einzubauen. Die Idee, auch Hochschulen seien wie Unternehmen zu führen, übersetzt sich im Alltag in die Praxis, das eigene Tun und Lassen permanent in quantitative und quantifizierbare Stellgrößen zu transformieren und somit auf dem Markt und für den Markt vergleichbar zu machen. Unser Beitrag setzt sich mit der Frage auseinander, welche Effekte die Simulation der Vermarktlichung der Hochschule und die damit verknüpfte metrische Regierung durch Zahlen auf die akademischen Arbeitspraktiken und Sozialbeziehungen, insbesondere in der Lehre, haben. So wird es maßgeblich darum gehen, was diese Entwicklungen für das Verhältnis von Lehrenden und Studierenden bedeutet. Zwar wird auf die Abkehr vom Humboldtschen Bildungsideal verwiesen und eine stärkere Arbeitsmarktorientierung in der Lehre eingefordert. Dies ist allerdings nur ein erster Hinweis auf einen Qualitätswandel der Lehre. Wie gestalten sich der soziale Umgang und die Arbeit neoliberal vermessener akademischer Identitäten nicht nur mit sich und miteinander, sondern auch und vor allem mit den Studierenden? Die These hierbei ist, dass das, was wir akademische Sorgearbeit nennen, neu verhandelt, erneut abgewertet und unsichtbar gemacht wird – und in der Folge nicht nur technizistischere Beziehungen zwischen Lehrenden und Studierenden nahegelegt werden, sondern in Bezug auf das Geschlechterverhältnis im Gesamtkontext Hochschule soziale Ungleichheiten fortgeschrieben werden. Dieser These vorausgesetzt ist die Annahme, dass Sorge- und Carearbeit nichts ist, das ausschließlich im Bereich des Privaten stattfindet, sondern als grundlegende Arbeit in jedem Feld von Lohnarbeit. Entsprechend wollen wir in unserem Beitrag die Debatten um Sorgearbeit und Reproduktionskrise, die derzeit entweder für professionalisierte Bereiche der Sorgearbeit außerhalb der Hochschulen geführt werden, oder aber auf Fragen nach Vereinbarkeit und nach Lebensentwürfen hin untersucht werden, ausweiten auf die sich aktualisierenden Verhältnisse innerhalb der Hochschule: In dem Maße, in dem auch Studierende, etwa über credit points, Lehrevaluationen, diploma supplements, Absolvent*innenzahlen und Abbrecher*innenquoten – in die Vermessung des universitären Raums als Leistungsindikatoren einbezogen werden, stellt sich die Frage, was dies für die sozialen Beziehungen, für den alltäglichen Umgang miteinander an der neoliberalen Hochschule bedeutet. Welche Rolle kommt der Fürsorge- und Sorgearbeit – für sich selbst, aber auch für die Studierenden - zu, von wem wird sie oder kann sie noch übernommen werden? Und was heißt dies aus feministischer Perspektive für die Kritik an der Neoliberalisierung, oder auch im Hinblick auf die Vision einer anderen – kollaborativen und kooperativen - Hochschulkultur? Der Beitrag speist sich vor allem aus theoretischen Überlegungen, aber auch aus Erkenntnissen empirischer Studien der kritischen, feministischen Forschung zur Vermessung der Hochschule – und eigenen Erfahrungen.

AB - Die Neoliberalisierung der Hochschule hat die Bedingungen der akademischen Wissensproduktion und der damit verbundenen Subjektivierungsweisen grundlegend verändert. In der zunehmenden Regulierung und Steuerung der Hochschulen nach Logiken des Marktes, nach Prinzipien von Wettbewerb, Effizienz und Erfolg, bildet sich ab, dass der im Fordismus noch dekommodifizierte Bereich der Bildung an Hochschulen nunmehr auch der Warenförmigkeit unterworfen wird und daran gearbeitet wird, den Arbeits- und Erfahrungsraum Hochschule als konstitutiven Bestandteil in ein gesamtgesellschaftlich wirksames unternehmerisches Dispositivs einzubauen. Die Idee, auch Hochschulen seien wie Unternehmen zu führen, übersetzt sich im Alltag in die Praxis, das eigene Tun und Lassen permanent in quantitative und quantifizierbare Stellgrößen zu transformieren und somit auf dem Markt und für den Markt vergleichbar zu machen. Unser Beitrag setzt sich mit der Frage auseinander, welche Effekte die Simulation der Vermarktlichung der Hochschule und die damit verknüpfte metrische Regierung durch Zahlen auf die akademischen Arbeitspraktiken und Sozialbeziehungen, insbesondere in der Lehre, haben. So wird es maßgeblich darum gehen, was diese Entwicklungen für das Verhältnis von Lehrenden und Studierenden bedeutet. Zwar wird auf die Abkehr vom Humboldtschen Bildungsideal verwiesen und eine stärkere Arbeitsmarktorientierung in der Lehre eingefordert. Dies ist allerdings nur ein erster Hinweis auf einen Qualitätswandel der Lehre. Wie gestalten sich der soziale Umgang und die Arbeit neoliberal vermessener akademischer Identitäten nicht nur mit sich und miteinander, sondern auch und vor allem mit den Studierenden? Die These hierbei ist, dass das, was wir akademische Sorgearbeit nennen, neu verhandelt, erneut abgewertet und unsichtbar gemacht wird – und in der Folge nicht nur technizistischere Beziehungen zwischen Lehrenden und Studierenden nahegelegt werden, sondern in Bezug auf das Geschlechterverhältnis im Gesamtkontext Hochschule soziale Ungleichheiten fortgeschrieben werden. Dieser These vorausgesetzt ist die Annahme, dass Sorge- und Carearbeit nichts ist, das ausschließlich im Bereich des Privaten stattfindet, sondern als grundlegende Arbeit in jedem Feld von Lohnarbeit. Entsprechend wollen wir in unserem Beitrag die Debatten um Sorgearbeit und Reproduktionskrise, die derzeit entweder für professionalisierte Bereiche der Sorgearbeit außerhalb der Hochschulen geführt werden, oder aber auf Fragen nach Vereinbarkeit und nach Lebensentwürfen hin untersucht werden, ausweiten auf die sich aktualisierenden Verhältnisse innerhalb der Hochschule: In dem Maße, in dem auch Studierende, etwa über credit points, Lehrevaluationen, diploma supplements, Absolvent*innenzahlen und Abbrecher*innenquoten – in die Vermessung des universitären Raums als Leistungsindikatoren einbezogen werden, stellt sich die Frage, was dies für die sozialen Beziehungen, für den alltäglichen Umgang miteinander an der neoliberalen Hochschule bedeutet. Welche Rolle kommt der Fürsorge- und Sorgearbeit – für sich selbst, aber auch für die Studierenden - zu, von wem wird sie oder kann sie noch übernommen werden? Und was heißt dies aus feministischer Perspektive für die Kritik an der Neoliberalisierung, oder auch im Hinblick auf die Vision einer anderen – kollaborativen und kooperativen - Hochschulkultur? Der Beitrag speist sich vor allem aus theoretischen Überlegungen, aber auch aus Erkenntnissen empirischer Studien der kritischen, feministischen Forschung zur Vermessung der Hochschule – und eigenen Erfahrungen.

KW - academic work and identity

KW - performance management

KW - care work

UR - https://www.suhrkamp.de/buecher/vermessene_raeume_gespannte_beziehungen-_29844.html

M3 - Chapter (peer-reviewed)

SN - 9783518298442

SP - 217

EP - 237

BT - Vermessene Räume – Gespannte Beziehungen

A2 - Hark, Sabine

A2 - Hofbauer, Johanna

CY - Berlin

ER -

Briken K, Blättel-Mink B, Rau A, Siegel T. Sei ohne sorge: vom vermessen und un-/sichtbarmachen akademischer sorgearbeit in der neoliberalen Hochschule. In Hark S, Hofbauer J, editors, Vermessene Räume – Gespannte Beziehungen: Unternehmerische Universitaeten und Geschlechterdynamiken. Berlin. 2018. p. 217-237